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Gesellschaftsrecht: Ein neuer Blick auf das Gesellschaftsrecht Deutschlands und der USA

Was amerikanische und deutsche Firmen über Wirtschaftsrecht wissen sollten 

Gesellschaftsrecht wird auch als Unternehmensrecht oder Firmenrecht bezeichnet. 

Ein Überblick über die Gesetze und Bestimmungen zur Gesellschaftsstruktur im In- und Ausland 

Das Gesellschaftsrecht ist das Rechtsgebiet, das sich mit der Gründung und dem Geschäftsbetrieb von Unternehmen beschäftigt. 

Eine weitere Definition des Gesellschaftsrechts ist der Handlungsrahmen, der festlegt, wie Entscheidungsträger miteinander agieren.  Entscheidungsträger können Gesellschafter, Direktoren, Mitarbeiter, Gläubiger, Konsumenten, das Gemeinwesen oder die Umwelt sein. 

Überblick aus der Deutschen Rechtsperspektive

Gesellschaften sind juristische Personen oder Einheiten. Als solche können sie klagen und verklagt werden, Verträge eingehen und in jeder für den Geschäftsbetrieb notwendigen Weise handeln. 

Die jeweiligen Staaten, in denen Gesellschaften gegründet werden, haben ihre eigenen spezifischen Gesetze, die alle Aspekte von Unternehmen bestimmen und regulieren – von ihrer Gründung bis zu ihrer Auflösung.   

Gesellschaften sind steuerpflichtige Einheiten. Einzelne Eigentümer und Gesellschafter sind (mit einigen Ausnahmen) vor der persönlichen Haftung für die Schulden des Unternehmens geschützt.   

Gesellschaften haben ihre eigene Existenz und Strukturen unbenommen davon, ob ihre offiziellen Vertreter oder Gesellschafter am Leben sind oder nicht. Zur Beendigung ihrer Existenz und ihrer Strukturen müssen Gesellschaften formell aufgelöst werden. 

Wirtschaftsanwälte | Compliance und Bestimmungen für Gesellschaften 

Wirtschaftsanwälte durchlaufen während ihres Studiums des Wirtschaftsrechts eine Ausbildung auf dem Gebiet der rechtlichen Unternehmensgründungen. Sie führen rechtliche Gründungen von Joint Ventures, Lizenzvereinbarungen, Fusionen, Übernahmen und anderen Transaktionen durch. Das Gesellschaftsrecht fällt unter das Wirtschaftsrecht oder die Gesetzgebung über Rechtsformen von Gesellschaften. In Deutschland kommen diverse Rechtsformen zur Anwendung, beispielsweise Aktiengesellschaften, private Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kommanditgesellschaften und offene Handelsgesellschaften, um nur einige zu nennen. In den Vereinigten Staaten gibt es Limited Liability Companies (LLCs), Corporations, Partnerships und Sole Proprietorships. 

Das Gesellschaftsrecht umfasst diverse Rechtsarten oder Praxisgebiete, darunter Corporate Governance, Unternehmensgründung, Wertpapierrecht, Vertragsrecht, Steuerrecht, Konkursrecht, Flächennutzung, Venture Capital Finanzierung, Geschäftsvereinbarungen, Finanzen, interne Dokumentation und Unternehmenssteuerberatung. 

Unterschiede zwischen den Rechtsformen 

Wie oben bereits erwähnt gibt es verschiedene durch das Gesellschaftsrecht regulierte landesabhängige Rechtsformen. In Deutschland kennt man Aktiengesellschaften, private Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kommanditgesellschaften, Partnergesellschaften, Offene Handelgesellschaften und Kapitalgesellschaften. Deutsche Aktiengesellschaften verfügen über Aktionäre mit besonderen Rechten, einen Vorstand, einen Aufsichtsrat und eine Hauptversammlung. (Mehr über deutsche Unternehmensformen und deutsches Unternehmensrecht folgt später in diesem Artikel). 

Unterschiede in der Gesellschaftsstruktur 

In den Vereinigten Staaten gibt es die soeben erwähnten Rechtsformen: Corporations, LLCs, Partnerships und Sole Proprietorships. 

Sole Proprietorships stellen einfachste Rechtsform dar, unter der eine Privatperson ein Geschäft gründen kann (ein Geschäft mit Angestellten kann allerdings keine Sole Proprietorship sein). Die steuerlichen Auswirkungen dieser Unternehmensform sind einfach, da der Eigentümer keine Unternehmenssteuer zahlen muss. Er oder sie meldet die Gewinne auf der privaten Steuererklärung als persönliches Einkommen. Der Nachteil einer Sole Proprietorship ist die persönliche Haftung des Eigentümers für Klagen gegen das Geschäft. In anderen Worten besteht für den Eigentümer die Gefahr, das gesamte persönliche Eigentum im Falle eines Gerichtsprozesses gegen das Unternehmen zu verlieren. 

Eine Sole Proprietorship kann zu einer Limited Liability Corporation (LLC) heraufgestuft werdenDieses Vorgehen ist einfacher und günstiger, als eine offizielle neue Gesellschaft zu gründen. Der Vorteil einer LLC ist der Schutz des persönlichen Eigentums. Sollte das Unternehmen verklagt werden oder Schulden haben, haftet dafür nur das Vermögen der Gesellschaft und nicht das des LLC Eigentümers. 

Eine LLC kann eine unbegrenzte Anzahl von Eigentümern haben, muss keine Jahresversammlungen abhalten und entsprechend auch keine Protokolle erstellen. Sie wird durch die Bestimmungen der Geschäftsvereinbarung geregelt. 

Es gibt zwei Arten von Corporations: C-Corps und S-Corps. Eine C-Corporation ist der Doppelbesteuerung unterworfen. Dies bedeutet, daß sowohl das Unternehmen als auch die einzelnen Gesellschafter steuerpflichtig sind. Bei der  S-Corp hingegen übernehmen die Gesellschafter alle Steuern und Kosten des Unternehmens. S-Corps sind auf 100 Gesellschafter limitiert, welche US Bürger oder US Einwohner sein müssen; demgegenüber kann eine C-Corp eine unbegrenzte Anzahl von Gesellschaftern haben. Wie bei einer LLC sind Eigentümer und Gesellschafter einer Corporation nicht persönlich für Firmenschulden oder Rechtsstreitigkeiten haftbar. Sowohl S als auch C-Corporations müssen Jahresversammlungen abhalten und Protokolle erstellen. 

Partnerships gibt es in zwei Formen: General Partnerships und Limited Liability Partnerships. Bei der ersten Form sind Geschäftsinhaber persönlich für geschäftliche Schulden und Rechtsangelegenheiten haftbar. Bei der zweiten Form ist dies nicht der Fall. 

Es ist relativ einfach und kostengünstig, eine Partnerschaft zu gründen. Die Partner bündeln ihre Ressourcen und betreiben aus dem gemeinsamen Pool das Unternehmen. Sie teilen sowohl die finanziellen Belastungen als auch die Managementrechte der Gesellschaft; das Einkommen wird auf der persönlichen Einkommenssteuererklärung jedes Partners gemeldet. 

Die Aufgaben von Wirtschaftsjuristen 

Wirtschaftsanwälte entwerfen Joint Ventures, Lizenzvereinbarungen, Fusionen, Übernahmen und andere Transaktionen. Ihre Rolle ist, die Rechtsmäßigkeit von geschäftlichen Transaktionen sicherzustellen. Sie beraten Unternehmen und deren Organe in Bezug auf ihre Rechte, Pflichten und Verantwortlichkeiten. Sie strukturieren Transaktionen, entwerfen Dokumente, überprüfen Vereinbarungen, arbeiten Abkommen aus und nehmen an Besprechungen teil. 

Das Gesellschaftsrecht hat nicht die gleiche kämpferische Grundhaltung wie das Prozessrecht. Es geht im Gesellschaftsrecht nicht um Menschen, denen Unrecht getan oder die unfair behandelt worden sind. Stattdessen gibt es Geschäftsparteien, die bei der Durchführung einer Geschäftstransaktion Unterstützung in einer Weise benötigen, die alle Beteiligten schützt und ihnen die Umsetzung ihrer geschäftlichen Ziele ermöglicht. Die Arten von Projekten, die ein Betriebsjurist bearbeitet, hängt vom Unternehmen, dessen Größe und Standort ab. Eine kleine Firma in einer Kleinstadt braucht ggf. die Unterstützung eines Wirtschaftsanwalts zur Erstellung von Testamenten, Scheidungsvereinbarungen und Immobilientransaktionen.  Ein großes Unternehmen beauftragt seinen Betriebsjuristen möglicherweise mit der Bearbeitung einzelner Fälle, deren Abschluss aufgrund der Komplexität der Transaktionen durchaus Monate in Anspruch nehmen kann. 

Joint Ventures sind Geschäftsstrukturen, bei denen zwei oder mehr Personen oder Unternehmen gemeinsam ein neues Geschäft gründen. Oft geschieht dies unter der Annahme, dass das Unternehmen ein kurzfristiges angelegtes Unterfangen mit begrenztem Arbeitsumfang sein wird. Normalerweise steuern die Beteiligten finanzielle Mittel bei und teilen sich dann sowohl Kosten als auch Gewinne. Joint Ventures sind im allgemeinen kleinere Projekte, in manchen Fällen jedoch starten auch große Unternehmen ein Joint Venture zum Zwecke der Diversifizierung. Joint Ventures werden meist für einen definierten Zweck und eine limitierte Dauer eingegangen, können jedoch auch unendlich weitergeführt werden. Dow Corning, Sony Ericsson und Owens-Corning sind Beispiele für dauerhafte Joint Ventures. 

Bei Joint Ventures können allerdings Komplikationen und Herausforderungen auftreten, weswegen fast 50% aller Joint Ventures nicht einmal vier Jahre durchhalten und in Rechtsstreitigkeiten zwischen den Beteiligten enden. Joint Ventures stellen für zwei oder mehr Personen eine gute Möglichkeit dar, ihre Ressourcen zu bündeln und ein Projekt voranzubringen. Wenn jedoch die gute Idee einer Partei den Gewinn des Joint Ventures maßgeblich steigert, kann dies die Frage aufwerfen, welche Partei den größeren Anteil am Profit erhalten soll. Diese Art von Fragen können die Parteien spalten und das Joint Venture schließlich zu Ende bringen. 

Bei Fusionen and Übernahmen kauft entweder eine Firma ein anderes Unternehmen (Übernahme) oder zwei Firmen werden zusammengelegt (Fusion). Bei einer Fusion, werden zwei Organisationen verschmolzen und es entsteht ein neues Geschäft, üblicherweise unter neuem Namen. Bei einer Fusion haben die beiden fusionierenden Unternehmen im allgemeinen die gleiche Firmengröße, daher wird manchmal auch der Begriff  Fusion unter Gleichen verwendet. Bei einer Übernahme kauft ein Unternehmen ein anderes. Normalerweise ist das zweite Geschäft dann eine kleinere Firma. Nach der Übernahme wird diese entweder absorbiert und verschwindet im kaufenden Unternehmen oder sie wird als separate Niederlassung geführt. 

Wirtschaftsanwälte führen alle rechtlichen Arbeiten zur Umsetzung von Fusionen und Übernahmen durch. Üblicherweise beinhaltet dies eine gründliche Prüfung (Due Diligence), unter der man sich eine  Tatsachenfestellung vorstellen kann,  obwohl es im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen eher um die Überprüfung und Zusammenstellung von Verträgen geht. Dieser Prozess verfolgt das Ziel, Umstände ans Licht zu bringen, die noch korrigiert werden müssen, damit die Fusion oder die Übernahme erfolgreich umgesetzt werden kann. 

Praxisgebiete des Gesellschaftsrechts 

Bei Corporate Governance geht es um die Strukturen, die bestimmen, wie ein Unternehmen von seinen Gesellschaftern, Direktoren und Verantwortlichen geführt wird. Dieses System beschreibt die Rechte und Pflichten aller Parteien einer Firma, sowohl in der internen als auch in der externen Interaktion. Bei den Parteien handelt es sich üblicherweise um Vorstände, Gesellschafter, Anteilseigner, Gläubiger, etc. 

Ein fundiertes Corporate Governance System stellt sicher, dass ein Unternehmen effektive Strategien zur Verfolgung und Erreichung seiner Ziele implementiert hat. Es garantiert weiterhin die Überwachung und Kontrolle aller Handlungen und Entscheidungen der Direktoren, Manager und Entscheidungsträger. Der Zusammenbruch diverser Großunternehmen in den Jahren 2001-2002, meist aufgrund von Finanzbetrug, führte zu einem Erwachen des öffentlichen Interesses an Corporate Governance. Die betroffenen Organisationen waren z.B. Enron und MCI (vormals WWorldCom). Unter anderem wurde der Sarbanes-Oxley Act des Jahre 2002 aus der Notwendigkeit heraus etabliert, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Aktiengesellschaften wieder herzustellen. 

Der Rechtsbereich Wertpapierrecht beschäftigt sich mit Transaktionen und Wertpapiergeschäften (Wertpapiere sind handelbare finanzielle Vermögenswerte wie Dividendenpapiere, Aktien und Anleihen sowie deren Derivate wie Terminkontrakte, Optionen und Investmentfonds). 

Das Wertpapiergesetz und dessen Bestimmungen stellen sicher, dass Investoren genaue Auskünfte über die Wertpapiere erhalten, die sie zu kaufen beabsichtigen. Gesetze zu Staatsanleihen werden häufig „Blue Sky Laws“ genannt. Sie beinhalten eine Reihe von Bestimmungen, die sich vom Betrugsverbot beim Wertpapierverkauf über Anforderungen der Makler- und Händlerregistration, Wertpapierverkaufsanforderungen, Sanktionen und zivilrechtliche Haftung erstrecken. 

Der Uniform Securities Act wurde von dem meisten Staaten ratifiziert. 

Vertragsrecht 

Verträge sind juristisch einklagbare Vereinbarungen zwischen zwei oder mehr Parteien, welche die gegenseitigen Erwartungen und Verpflichtungen festlegen – wer macht was, wann und wo. Verträge werden normalerweise zwischen kompetenten Parteien abgeschlossen – das heißt, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte – und bedürfen der Schriftform. Obwohl von Staat zu Staat unterschiedlich, muss ein Vertrag schriftlich vorliegen, um seine Rechtsgültigkeit zu bewahren; dies betrifft Immobilientransaktionen, Güter über einem Wert von $500 oder langfristige Vereinbarungen von über einem Jahr Vertragsdauer. 

Ein Vertragsbruch liegt dann vor, wenn eine der Parteien ihre Verpflichtungen aus dem Vertrag nicht erbringt. Die andere Partei kann dann klagen und das Gericht um Durchsetzung des Vertrags ersuchen.  Das Vertragsrecht ist ein Praxisgebiet, das dem Gesellschaftsrecht unterstellt ist und gehört zum Bereich Vertragsgestaltung zwischen Parteien. Selbst einfache und unbeabsichtigte Vertragsfehler können großen Schaden anrichten, und genau dies versucht ein Wirtschaftsanwalt in seinem Bereich zu vermeiden. 

Das Flächennutzungsgesetz im Gesellschaftsrecht ist dem Bereich Landnutzung und Gebäude und Bauten auf dem Land angegliedert. Speziell in städtischen oder vorstädtischen Gegenden ist das Land in verschiedene Zonen für die zugelassene Nutzung als Werkzeug der Stadtplanung eingeteilt. Das Ziel der Flächeneinteilung ist die Regulierung der Landnutzung mit dem Zweck der Vereinbarkeit für alle, die darauf leben oder es in ihrem Besitz haben. 

Wirtschaftsanwälte berufen sich bei Verhandlungen zwischen Geschäftsparteien häufig auf ihr Wissen des Flächennutzungsgesetzes. Die Kenntnis über Beschränkungen oder eine besondere Bestimmung eines Areals, auf dem eine Partei ein Geschäft errichten möchte, ist von großer Bedeutung. 

Das Finanzrecht beinhaltet: 

  • Fremd- und Eigenkapital 
  • Stammkapital 
  • Vertraglicher Schutz der Gläubiger 
  • Urheberrechtlicher Schutz der Gläubiger 
  • Schuldübertragungen 
  • Börsengang 
  • Schuldenregulierung 
  • Übernahmen 

Schwierigkeiten, Risiken und Spannungen sind in diesem Rechtsbereich die Regel. Ein guter Wirtschaftsanwalt ist in der Lage, diese zu umgehen und intelligente, schützende Verträge und Transaktionen für den Mandanten zu erstellen. Andere Rechtsgebiete, die unter die Bestimmungen des Unternehmensrechts fallen, umfassen Geschäftsgründung, Steuerrecht, Konkurs, Venture Capital Finanzierung und Geschäftsvereinbarungen. 

Das Berufsbild des Wirtschaftsanwalts . . . 

Haben Sie Fragen zum Berufsbild des Wirtschaftsanwalts? Was sind die typischen Aufgaben? Was verdient ein Wirtschaftsanwalt? Wo findet man eine Anstellung als Wirtschaftsanwalt

Im Jahr 2005 gab es 67.000 Wirtschaftsanwälte in den USA. Das durchschnittliche Anfangsgehalt lag bei $64.000, das sich nach fünf Jahren auf fast $94.000 steigerte und nach zehn oder fünfzehn Jahren auf $139,000 erhöhte. 

Wenn Sie Jurastudent auf der Suche nach einer Anstellung als Wirtschaftsanwalt sind, möchten wir Ihnen folgende Hinweise auf den Weg geben: 

  • Networken Sie noch in der Schule und gleich nach dem Abschluss. Nutzen Sie das Internet. Nutzen Sie LinkedIn, Facebook, Blogs, Google+ und Twitter. 
  • Wenn Sie nicht wissen, wie Sie über das Internet networken sollen, bitten Sie jemanden um Hilfe. 
  • Nehmen Sie an den Absolventenveranstaltungen ehemaliger Studenten teil, um Anwälte zu treffen, lesen Sie Blogs von Anwälten; stellen Sie Verbindungen zu Anwälten her und folgen Sie Ihnen auf Social Media. 
  • Seien Sie bereit, in den ersten mageren Monaten nach dem Abschluss auch unentgeltlich zu arbeiten 
  • Setzen Sie alles an ein Treffen mit den Partnern einer Anwaltskanzlei, selbst ohne Termin, auch wenn keine offenen Stellen ausgeschrieben sind und selbst dann, wenn Sie 2 Stunden warten müssen. 
  • Gehen Sie wiederholt zur Kanzlei zurück, selbst wenn Sie weiterhin zu hören bekommen, dass es keine offenen Stellen gibt. 

Sobald ein Jurastudent bei einer Kanzlei angestellt ist, beginnt er oder sie typischerweise als Junioranwalt. Der Junioranwalt bekommt in einer Kanzlei zu Anfang allgemeine Aufgaben zur Unterstützung von Senioranwälten zugeteilt, ungeachtet des jeweiligen Praxisgebiets. 

Einem Junioranwalt wird man beispielsweise Aufgaben zur Abschlussvorbereitung geben. Junioren arbeiten mit Dokumenten, was im allgemeinen bedeutet, alle zu einer Transaktion oder einem Vertragsabschluss gehörenden Dokumente nachzuhalten.  Junioren sind auch für die Erstellung von Unterschriftseiten für Mandanten zuständig und nach Vertragsabschluss für die Zusammenstellung und Archivierung aller Dokumente. Üblicherweise sind große Mengen von Dokumenten in einen Vertragsabschluss involviert und diese nachzuverfolgen kann eine Herkulesaufgabe sein. Junioranwälte werden auch über Geschäftsprüfungen in den Dienst eingeführt, was im Unternehmensbereich praktisch der Due Diligence (Tatsachenfeststellung) gleichkommt. Bei Fusionen und Übernahmen übernehmen Junioranwälte die Überprüfung und Zusammenfassung von Verträgen. Die Aufgabenstellung lautet, potentielle Gefährdungen der Fusion oder Übernahme aufzudecken. Im Bereich Unternehmensfinanzen bedeutet Due Diligence häufig, eine Broschüre oder Archivmaterial aufzustöbern sowie Unterlagen zum Nachweis von Kontoauszügen. 

Schließlich erstellen Junioranwälte oftmals einfache Dokumente, beispielsweise Zertifikate, Beschlüsse, Empfangsbestätigungen oder Zustimmungen. Üblicherweise erstellt ein Junioranwalt ein solches Dokument nicht komplett neu, sondern stützt sich dabei auf Vorlagen oder bestehende Dokumente mit entsprechenden Formulierungen, auf die zur Erstellung eines einmaligen Schriftstücks zurückgegriffen werden kann. 

Deutsches Gesellschaftsrecht 

Alle Unternehmen und Geschäfte bewegen sich im Rechtsraum des deutschen Gesellschafts- oder Unternehmensrechts. 

Das Gesellschaftsrecht in Deutschland stellt eine eigene einzigartige Gerichtsbarkeit dar und unterscheidet sich z.B. vom Gesellschaftsrecht in Frankreich oder der Schweiz. 

In Deutschland existieren zwei Hauptrechtsformen: die Personengesellschaft und die Körperschaft. Zu den Körperschaften zählen Aktiengesellschaften oder AGs (öffentliches Unternehmen) sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder GmbH (privates Unternehmen mit beschränkter Haftung). Zu den Personengesellschaften gehören Kommanditgesellschaften oder KGs (haftungsbeschränkte Gesellschaft), die Partnerschaftsgesellschaft (PartG), die Offene Handelsgesellschaft oder OHG (Gesellschaft für allgemeinen Handel) und die Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder GbR (Gesellschaft ohne Handel). 

Körperschaften werden als juristische Einheiten betrachtet. Personengesellschaften sind nur zum Teil juristische Personen. Körperschaften sind aus juristischer Sicht Rechten und Pflichten unterworfen, dies ist bei Personengesellschaften jedoch nur unter bestimmten Umständen der Fall. Eine Personengesellschaft kann nicht nur einen Gesellschafter haben aufgrund der Tatsache, da es zwei oder mehr Eigentümer geben muss. Bei einer Körperschaft ist dies jedoch möglich. 

Bei der öffentlichen Gesellschaft – der Aktiengesellschaft oder AG – sind die Eigentümer auch Aktionäre und werden vom Vorstand, dem Aufsichtsrat und den Hauptversammlungen überwacht. 

Aktionäre haben die folgenden besonderen Rechte: 

  • Das Stimmrecht (eine Stimme pro Aktie) 
  • Das Recht, mit 20% der Stimmen eine Versammlung einzuberufen 
  • Das Recht auf unverbindliches Mitspracherecht bei der Vergütung 
  • Das Recht auf Satzungsänderung bei einer ¾ Mehrheit 
  • Das Stimmrecht für oder gegen substantielle Immobilientransaktionen 
  • Das Recht der Gewinnverwertung 
  • Das Recht der Bestellung von Wirtschaftsprüfern 
  • Das Recht auf Erhöhung oder Verminderung des Stammkapitals 

In Deutschland unterliegen Direktoren von öffentlichen Gesellschaften der Loyalitätspflicht und der Sorgfaltspflicht. Ein geschäftsführender Direktor kann nur durch einen zweiten Aufsichtsrat und nicht von den Gesellschaftsmitgliedern aus dem Amt enthoben werden. 

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal einer privaten Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist der, dass die Eigentümer nicht persönlich für Schulden des Unternehmens haften. Die Firma selbst wird als juristische Person betrachtet. Eine GmbH erreicht ihren vollen rechtlichen Status durch einen dreistufigen Gründungsprozess. Der erste Schritt ist die Gründungsgesellschaft, der zweite ist die gegründete Firma und der dritte ist die vollständig registrierte GmbH. Die GmbH erhält ihren vollständigen rechtlichen Status erst mit ihrer Registrierung im Handelsregister. 

Personengesellschaften können haftungsbeschränkte oder allgemeine Gesellschaften sein, dabei können allgemeine Gesellschaften entweder Handel treiben oder nicht (OHG oder GbR). 

In der Offenen Handelsgesellschaft (OHG) haften die Gesellschafter für die Schulden der Gesellschaft. In der Kommanditgesellschaft (KG) gibt es sowohl Komplementäre als auch haftungsbeschränkte Gesellschafter. Die Haftung des haftungsbeschränkten Gesellschafters ist auf seine Gesellschaftseinlage begrenzt. Personengesellschaften sind keine juristischen Einheiten, sie können jedoch Rechte und Titel an Immobilien erwerben. Auch können sie klagen und verklagt werden sowie Verbindlichkeiten eingehen. 

Das deutsche Gesellschaftsrecht ist vom deutschen Strafrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Wertpapiergesetz und Zivilrecht getrennt. 

Deutschland hat zahlreiche juristische Fakultäten. Hier eine Auswahl in alphabetischer Ordnung nach Städten: 

  • Augsburg: Universität Augsburg  – Juristische Fakultät 
  • Bayreuth: Universität Bayreuth – Fachbereich Rechtswissenschaft 
  • Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin – Juristische Fakultät 
  • Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität 
  • Köln: Universität zu Köln – Rechtswissenschaftliche Fakultät 
  • Düsseldorf: Heinrich-Heine-Universität – Juristische Fakultät 
  • Frankfurt: Johann-Wolfgang-Goethe Universität – Fachbereich Rechtswissenschaft 
  • Hamburg: Juristische Fakultät Bucerius 
  • Hannover: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität –Juristische Fakultät 
  • Mannheim: Universität Mannheim – Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre 
  • München: Munich Intellectual Property Law Center 
  • Saarbrücken: Universität des Saarlandes  – Fakultät für Jura und Wirtschaft 
  • Trier: Universität Trier – Rechtswissenschaft 
  • Würzburg: Julius Maximilian Universität 

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