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Unternehmensgründung in den USA | Firmengründung USA

Urban Thier Federer > Blog  > Deutsch Amerikanisches Recht  > Unternehmensgründung in den USA | Firmengründung USA

Unternehmensgründung in den USA | Firmengründung USA

Unternehmensgründung in den USA

Viele mittelständische und kleinere deutsche Unternehmen liefern Waren und Dienstleistungen in den US-Markt. Irgenwann ist dann der Zeitpunkt gekommen, wo die Unternehmensleitung erwägt, eine eigene Niederlassung in den USA zu eröffnen. Denn viele amerikanische Kunden bevorzugen es, mit einem Partner vor Ort, also in den USA, zu kommunizieren. Kürzere Lieferzeiten, keine Zeitverschiebung und keine Sprachbarrieren sind hier die entscheidenden Faktoren.
Die wichtigsten Fragen, die sich hier stellen sind, welche Art von Gesellschaft wo und nach welchem Recht zu gründen ist, und wie deutsche Leitung oder Angestellte in USA arbeiten können.

Gesellschaftsgründung:

Es kommen verschiedene Gesellschaftsformen in Betracht: Dazu zählt sowohl die Höhe des einzusetzenden Kapitals, die Haftungspflicht, aber auch die Rechte von Mitgesellschaftern und die resultierende Steuerbelastung. Wichtig ist zu wissen, dass jeder Bundesstaat in den USA die Möglichkeit hat, Gesellschaftsformen im Rahmen gewisser Möglichkeiten selbst zu gestalten.

Sie variieren daher nicht unerheblich in den Details. Gründer sollten sich deswegen zunächst auf einen Ort und erst im Anschluss auf die Unternehmensform festlegen. Viel ist in diesem Zusammenhang die Rede von der sogenannten Limited Liability Company, kurz LLC.

Sie bietet eine Einschränkung der persönlichen Haftung und ist in einigen Bundesstaaten auch für Einzelpersonen möglich. Zudem gibt es bei der Gründung verhältnismäßig geringe formelle Voraussetzungen. Diesem steht jedoch ein höherer Aufwand bei der Strukturierung der Gesellschaft gegenüber. Bei der LLC besteht zudem für Deutsche die Gefahr, doppelt besteuert zu werden, in den USA und in Deutschland.

Denn bei der LLC handelt es sich um eine so in Deutschland unbekannte Mischform aus Kapital- und Personengesellschaft, weshalb es in der Praxis immer wieder zu Problemen bei der Einordnung durch die deutschen Finanzbehörden kommt. In den USA kann die Besteuerung von Gewinnen der LLC wie bei einer Personengesellschaft erfolgen, wenn die Gesellschaft dies beschliesst.

Dies bedeutet, dass die Besteuerung nur Auf der Ebene der Gesellschafter stattfindet. In Deutschland wird bei Ausschüttungen an in Deutschland steuerpflichtige Gesellschafter die Art der Besteuerung aber durch Einzelfallprüfung des Finanzamtes bestimmt.

Kommt das Finanzamt hier zu dem Schluss dass die Anzeichen für das Vorliegen einer Kapitalgesellschaft überwiegen, dann wird es die in USA unter Umständen schon besteuerten Gewinne in Deutschland noch einmal besteuern. Hier hilft dann auch das Doppelbetsuerungsabkommen nicht.

Schon bei der Gründung sollte eine LLC für deutsche Steuerzahler daher auf die Erwägungen der deutschen Steuerbehörden ausgerichtet sein. Andere Gesellschaftsformen wie die Corporation (in etwa vergleichbar mit der deutschen GmbH) oder die Limited Partnership (ähnlich der deutschen KG) kommen ebenfalls in Frage und sind oft weniger problematisch.

Einreisebestimmungen: Ist ein US-Visum notwendig?

Ist die Entscheidung für eine Rechtsform gefallen, gilt es die Frage zu beantworten, ob ein Visum erforderlich ist. Nicht für jede Geschäfsttätigkeit in den USA ist ein Visum erferlich. Das Visum richtet sich nach dem persönlichen Aufenthaltsort der jeweiligen Person.

So kann ein Deutscher grundsätzlich eine Gesellschaft in den USA gründen und dort Arbeitsplätze schaffen, ohne je in die USA einzureisen. Wenn allerdings geplant ist, in den USA zu arbeiten, zum Beispiel als Manager der US gesellschaft, dann wird regelmässig ein Visum erforderlich sein.

Die ersten Schritte zur Gründung können von Deutschland aus über eine Kanzlei in den USA gemacht werden. Auch ist vor einer Aufnahem der Tätigkeit die Eireise auch per ESTA Verfahren möglich.  Danach bietet sich meist das E-Visum für Investoren an.

Hiermit können sowohl der Firmengründer als auch gegebenenfalls besonders qualifizierte Angestellte und Mitarbeiter in leitender Position in den USA tätig werden. Die Erteilung dieses Visums ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft: So müssen Arbeitsplätze in den USA geschaffen werden. Auch ist eine mindetsens Summe an Kapital in die neue Firma zu investieren.

Der Gewinn der Gesellschaft muss nach Businessplan erheblich sein. Es ist hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig, dass der Investor in der Branche oder Industrie, in der er nun investieren möchte, schon Erfahrung gesammelt hat oder eine Ausbildung absolviert hat.

Aber natürlich wirkt Erfahrung und Ausbildung positiv auf den US-Prüfer, der den Antrag nach Ermessen zu entscheiden hat. Es ist unbedingt zu empfehlen, den Visumsantrag mit anwaltlicher Hilfe erstellen zu lassen. Ist ein Antrag erst einmal abgelehnt, so ist zum Beispiel das ESTA Verfahren dann dem Antragsteller auf Lebenszeit verbaut.

Auch wird ein zweiter Antrag auf das Visum dann erfahrungsgemäss intensiver als sonst üblich geprüft. Zwischen Antragstellung und Bescheid vergehen normalerweise ca. 4 bis 6 Wochen. Bei einem positiven Erstbescheid kommt es dann noch zu einem persönlichen Interview im US-Konsulat in Frankfurt. Erhält der Antragsteller im Anschluss das Visum erteilt, dürfen sowohl er selbst als auch Ehepartner und unverheiratete eigene Kinder unter 21 Jahren in die USA einreisen.

Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass die Gründung eines Startups in den USA vielversprechend sein kann und es durchaus Vorteile gibt. Um die Unternehmung jedoch nicht bereits im Vorfeld auszubremsen, sollte in jedem Fall ein fachkundiger Experte hinzugezogen werden, der alle bürokratischen Fallstricke bei der passenden Rechtsform oder in Bezug auf die Besteuerung von vorneherein umgeht.